Praktische Tipps: Mach‘ Menschen mit Hörschwäche das Leben leichter

Kontakt
Für Menschen mit Hörbeeinträchtigung kann es in vielen Situationen schwierig sein, Geräusche zu lokalisieren. Um Personen mit Hörverlust eine Unterhaltung zu erleichtern, ist es am besten sich einfach gegenüber zu setzen oder zu stellen. So kann der Gesprächspartner auch besser auf Gestik, Mimik und das Mundbild des Gegenübers achten. Und unter uns: Augenkontakt in Gesprächen gebietet ja schon die Höflichkeit.

Nicht übertreiben
Auch wenn viele Menschen mit Hörbeeinträchtigung zur Unterstützung auf das Mundbild des Gesprächspartners schauen sind übertriebene Mimik und Gestik nicht angebracht. Dadurch wird das Mundbild nämlich verzerrt und trägt eher zu Verwirrung als zur Erleichterung bei. Auch auf allzu lautes Reden oder gar Schreien sollte man besser verzichten, da es für Träger von Hörhilfen durchaus unangenehm sein kann und im Allgemeinen auch als nicht besonders höflich empfunden wird.  

Nebengeräusche reduzieren
Nebengeräusche können für Menschen mit Hörverlust sehr störend sein, denn sie müssen in einer Unterhaltung immer versuchen, aus dem Geräuschteppich das für sie Relevante herauszufiltern. Mache es Deinem Gegenüber leichter, indem Du Nebengeräusche reduzierst, zum Beispiel den Fernseher oder das Radio abdrehst. Wenn Du das Gefühl hast, Dein Gesprächspartner versteht Dich nur schlecht, frage ihn ob ihr Eure Unterhaltung einfach an einem ruhigeren Ort fortsetzen möchtet – das ist sicher auch für alle Beteiligten angenehmer.

Einfühlsam sein
Menschen mit Hörbeeinträchtigung ziehen sich oft in Situationen zurück, in denen sie Gesprächen mit mehreren Personen nur schwer folgen können. Daher gilt auch hier: Keine falsche Scheu! Binde Menschen mit Hörverlust aktiv in das Gespräch ein und hilf ihnen, wenn Du das Gefühl hast, sie können dem Gespräch nur unzureichend folgen. Daher ist es wichtig deutlich zu sprechen und gegebenenfalls öfters Pausen zu machen – auch am Telefon.

Hilfe anbieten
Hörverlust kann jeden irgendwann betreffen, unabhängig vom Alter. Wenn Du feststellst, dass jemand aus Deinem Umfeld Schwierigkeiten mit dem Hören hat, biete ihm Deine Hilfe an und gebe ihm das Gefühl nicht alleine zu sein. Je früher eine Hörbeeinträchtigung erkannt wird, desto schneller kann durch Therapien und Hörlösungen geholfen werden.

 

 

 

 

 

Praktische Tipps für einen gelungenen Urlaub

Für Hotels:
Barrierefreiheit ist heute keine Ausnahme mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit. Daher sollte nicht nur die Umgebung, sondern auch das Personal auf die Bedürfnisse von Menschen mit Hörverlust eingestellt sein.

Bei Reservierung und Anreise:

  • Achten Sie auf eine gute visuelle Aufbereitung Ihrer Angebote im Internet – das erleichtert Ihren Gästen die Recherche. Hier haben Sie auch die Möglichkeit, auf bestehende Hilfsmittel in Ihrem Haus hinzuweisen.
  • Um Missverständnisse schon im Vorfeld zu vermeiden, sollten Sie Ihrem Gegenüber anbieten alles per E-Mail zu schicken und so für eine reibungslose schriftliche Abwicklung der Anreiseformalitäten im Vorfeld sorgen. E-Mail-Reservierung ist dabei ideal. So können auch Details zu 100% vorab geklärt, Materialien wie Karten und Informationen zu Shuttlediensten übermittelt werden und Ihr Gast fühlt sich von Anfang an wohl.
  • Wichtig: Eine Nummer für SMS in der letzten Minute. So stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Gast jederzeit erreichen können.


An der Rezeption:

  • Seien Sie achtsam und klären Sie bitte zunächst ab, wie Ihr Gast am liebsten kommuniziert. Manche, ältere Gäste, greifen gerne auf die Schriftform zurück.
  • Am Anfang jeder Kommunikation sollte stets der Blickkontakt stehen.
  • Versuchen Sie, die Nebengeräusche möglichst gering zu halten, damit Ihr Gegenüber Sie besser verstehen kann.
  • Sprechen Sie deutlich und verdecken Sie Ihren Mund nicht, damit Ihr Gast von den Lippen lesen kann – aber bitte übertreiben Sie nicht. Überzogene Mimik und laute Geräusche irritieren Ihren Gast und sind schlimmstenfalls sogar schmerzhaft.


Im Restaurant:

  • Hier sind Hintergrundgeräusche kaum vermeidbar. Daher kann es immer wieder zu Verständigungsschwierigkeiten kommen. Auch hier gilt: Deutlich sprechen, aber nicht schreien oder übertreiben – und natürlich Blickkontakt halten. Im Notfall hilft die Karte, die Sie auch am Tisch belassen sollten, damit Sie Ihrem Gast zeigen können, was Sie meinen.
  • Bitte denken Sie im Service stets daran, dass Ihr Gast Sie von hinten nur eingeschränkt oder gar nicht kommen hören kann. Sprechen Sie ihn also von vorne an.

 

Housekeeping:

  • Es sind die kleinen Dinge, die Ihrem Gast den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen. Achten Sie darauf, dass ein mitgebrachter Lichtwecker eine Steckdose am Bett benötigt.
  • Sie haben Ihr Haus mit Hilfsmitteln wie Funkkopfhörern für die Fernseher oder induktivem Hören ausgestattet? Es gibt einen direkten Draht zum Concierge via PC oder Fax? Lassen Sie es Ihren Gast wissen.


Weitere Hilfsmittel:

  • Sich auf Gäste mit Hörverlust einzustellen muss nicht kostspielig oder aufwändig sein. Sie machen Ihren Gästen den Aufenthalt angenehmer, wenn Sie Ihr Haus mit Folgendem aufwerten:
    • Funkkopfhörer
    • Induktive Höranlage
    • Fax- und PC-Anschluss auf dem Zimmer
    • Lichtwecker
    • Tischblitzlampen, die Telefonklingeln und Türklopfen ersetzen
    • Blitzlichtanlagen für Notfälle
    • Batterievorräte für Hörgeräte und Implantate
    • Zweitschlüssel für das Zimmer, falls Ihr Gast mit einer Vertrauensperson reist

 

Tipps für einen gelungenen Urlaub
Tipps Mach Menschen mit Hörschwäche das Leben leichter

 

 

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