Prof. Dr. med. Robert Mlynski

Klinik: Universitätsmedizin Rostock, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie „Otto Körner"  

   
Fachgebiet: HNO, Mikrochirurgie des Ohres und der Schädelbasis

 

Ich bin Beirat weil:
Menschen, die mit dem Thema Hörverlust zum ersten Mal in Berührung kommen, wissen oft nicht, was sie tun sollen oder was es für Möglichkeiten gibt. Sie haben somit einen hohen Bedarf an Information und einen starken Wunsch nach Erfahrungsaustausch. Zudem erlebe ich immer wieder, welchen Stellenwert das Hören für Menschen hat. Wer an Hörverlust leidet, verliert in vielen Fällen den sozialen Kontakt und zieht sich zurück. Können Betroffene dank eines Hörimplantats wieder hören, finden sie zurück ins Leben und haben mehr Lebensfreude. Zusammen mit beat the silence kann ich Menschen mit Hörbeeinträchtigung ein Stück mehr unterstützen und ihnen Mut machen.

 

Das bedeutet beat the silence für mich:
Leider ist das Thema Hörverlust in unserer Gesellschaft noch immer mit vielen Vorurteilen und Unsicherheiten verbunden. Die Initiative klärt über das Thema auf und informiert über bestehende Möglichkeiten einer Hörhilfenversorgung. Für mich bedeutet beat the silence nicht nur, die Stille zu besiegen, sondern

Hörverlust als Barriere für Kommunikation zu überwinden.
 


Fachbeiträge Prof. Mlynski:

27.02.2015      

Schwerhörigkeit durch Lärm:

Hörverlust durch Lärmbelastung betrifft uns alle

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Schwerhörigkeit durch Lärm: Hörverlust durch Lämbelastung betrifft uns alle

 

Unsere Welt ist nicht still, überall um uns herum sind Geräusche. Während die Laute der Natur selten unangenehm empfunden werden, erzeugt der Mensch eine Kulisse von Lärm. Insbesondere in den Städten belasten brandender Verkehr, Fluglärm oder ohrenbetäubende Baustellenarbeiten unser Gehör. Oft setzen wir uns starken Lärmbelastungen freiwillig aus beispielsweise bei einer Motorsportveranstaltung, einem Rockkonzert oder beim häufigen Musikhören über Kopfhörer. Dauerschallbelastungen oder hohe Geräuschbelastung über einen kurzen oder auch längeren Zeitraum können das Gehör dauerhaft und irreversibel schädigen. Besorgniserregend: Studien haben gezeigt, dass auch immer mehr Schulkinder und junge Erwachsene betroffen sind.

 

Laute Musik und Motorengeräusche – enorme Belastungen für das Gehör

Die Haarzellen im Innenohr reagieren sehr sensibel auf Überbelastung und können durch laute Musik oder Motorengeräusche ab 85 bis 90 Dezibel (dB) geschädigt werden. Der schleichende Hörverlust wird zunächst gar nicht bemerkt, was viele Menschen dazu verleitet, Lärmbelastungen nicht ernst zu nehmen.

In der Formel 1 beispielsweise sind Besucher auf den Tribünen zeitweise einem Schalldruck von mehr als 100 dB ausgesetzt. Dies bedeutet eine enorme Belastung für das Gehör. Die Formel 1 Motoren erreichen eine Lautstärke von bis zu 145 dB. Das ist lauter als ein Presslufthammer (110 dB) und überschreitet die Schmerzgrenze deutlich, die bei ungefähr 130 dB liegt. Zum Vergleich: Die erlaubte Lärmschwelle der EU-Kommission für PKW liegt bei maximal 74 dB. Die meisten Autos erzeugen ungefähr 68 bis 70 dB, nur Sportwagen kommen mit 73 dB dem Grenzwert nahe. Kurze, sehr hohe Schallpegelspitzen, wie sie bei der Formel 1 auftreten, können die Haarzellen im Innenohr dauerhaft und irreversibel schädigen. Ein lärmbedingter Hörverlust entsteht besonders in den hohen Tönen. Neben der Schwerhörigkeit können auch unangenehme Ohrgeräusche, ein Tinnitus, auftreten. Ohrgeräusche, die länger als einen Tag auftreten, sollten unbedingt von einem Ohrenarzt untersucht werden.

 

Dieselben Auswirkungen hat auch der leichtsinnige Umgang mit zu lauter Musik. Bei einer über Stunden anhaltenden Belastung des Gehörs mit einem Dauerschallpegel von ca. 90 dB kommt es zur Hörermüdung. Diese Situation tritt beispielsweise bei häufigeren Diskothekenbesuchen auf. Die Haarzellen werden geschädigt, sie können den Schall nicht mehr an das Gehirn weiterleiten, und es entsteht eine Schallempfindungsschwerhörigkeit. Die Betroffenen nehmen dann oft nur noch verzerrte oder gedämpfte Töne wahr und haben Probleme, Gesprochenes gut zu verstehen. Ähnliche Folgen hat auch dauerhaftes, lautes Musik Hören mit dem Kopfhörer (85 dB).

 

Wie können Sie Ihr Gehör schützen?

Grundsätzlich sollte versucht werden, den Lärmpegel zu reduzieren – sei es durch das Herunterdrehen der Lautstärkeregler oder durch einen Gehörschutz in Form von Ohrstöpseln oder, noch besser, einen Kapselgehörschutz, wie ihn auch die Teams in der Boxengasse in der Formel 1 verwenden. Dieser wird wie eine Art Kopfhörer über die Ohren gestülpt. Auf diese Weise kann der Zuschauer bzw. Zuhörer mögliche Folgeschäden durch eine hohe Lärmbelastung verhindern.

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