Prof. Prof. h.c. Dr. med. Thomas Lenarz

Klinik: Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Deutsches HörZentrum Hannover (DHZ), Medizinische Hochschule Hannover

 

Fachgebiet: HNO, mit Schwerpunkt Hörsystemversorgung – vor allem Cochleaimplantate und implantierbare Hörsysteme


Ich bin Beirat weil:
es unser Ziel ist, Menschen hörend zu machen: Unser Innenohr ist nur wenige Millimeter groß, aber (Hör)Störungen haben weitreichende Folgen, etwa Berufsunfähigkeit, soziale Isolation und mangelnde Bildungschancen. Aus diesem Grund haben wir als HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover seit 1984 konsequent das weltweit größte Referenzzentrum für Cochleaimplantate und implantierbare Hörsysteme aufgebaut. Mehr als 7000 Menschen haben bei uns als HNO-Klinik ein Hörsystem erhalten und können damit wieder aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihren Beruf ausüben. Und für gehörlos geborene Kinder ist das Cochleaimplantat eine Voraussetzung, um überhaupt Sprache und Sprechen zu lernen. Nur dann kann auch, wie wir schon bei so vielen Patienten erlebt haben, eine Regelschule besucht und eine normale Berufsausbildung bis hin zum Studium absolviert werden. Glücklicherweise konnten wir mit einer Studie von uns die Einführung des Neugeborenen-Hörscreenings anschieben, so dass schon bei Geburt eine Hörstörung diagnostiziert und frühzeitig mit einer passenden Hörsystemversorgung begonnen werden kann.


Das bedeutet beat the silence für mich:

Die Initiative „beat the silence“ ist ein wichtiger Botschafter, um die Gesellschaft für die Auswirkungen von Hörstörungen zu sensibilisieren und Betroffene über Möglichkeiten der Hörsystemversorgung zu informieren. Noch immer werden Hörstörungen bagatellisiert, nehmen die Betroffenen erhebliche Einschränkungen ihrer Lebensqualität in Kauf. Insbesondere im Zusammenhang mit einer möglichen Demenz kann eine nicht versorgte Hörstörung die Auswirkungen verstärken: Wer nicht oder nicht gut hört, zieht sich aus der Gesellschaft / Geselligkeit zurück, denkt nicht mehr mit, trainiert somit das Mit-Denken nicht mehr und vereinsamt sowohl persönlich als auch im Denkprozess. 

 

Auf der anderen Seite treibt die Dankbarkeit der Patienten für das neue Hören, für ihre gesellschaftliche Teilhabe uns Ärzte und Forscher immer wieder an. Es gibt keine schönere Motivation für unsere Arbeit, das Tüfteln und Ausprobieren, auch die Rückschläge, als zu beobachten, wie sich aus gehörlos geborenen Kindern dank des Cochleaimplantats junge Menschen entwickeln, die als Ingenieur, Bankkaufmann oder gar als HNO-Arzt ihren Platz in unserer Gesellschaft selbst suchen können.

 

 


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