Markus Landwehr, M.Aud., Dipl.-Ing.(FH)

Klinik: Universitäts-HNO-Klinik und CI-Rehabilitationszentrum Heidelberg

 

Position: Audiologe und Therapeutischer Leiter


Fachgebiet: CI-Rehabilitation mit den Schwerpunkten CI-Anpassung, audiotherapeutische Beratung und Gruppentherapie

Ich bin Beirat weil:
Aufgrund meiner seit Geburt beidseitigen mittel bis hochgradigen Hochtoninnenohrschwerhörigkeit bin ich sehr gut über die Notwenigkeit des Hörens und Verstehens in allen Bereichen des Lebens informiert. Ich habe meine Höreinschränkung zu meiner Leidenschaft bzw. zu meinem Beruf gemacht, da ich der festen Überzeugung bin, dass nur die „Experten in eigener Sache“ die Tragweite des nicht richtig hören und verstehen Könnens kennen. Ich sehe mich als Vorbildfunktion für andere schwerhörige Menschen und Eltern von schwerhörigen Kindern. Das Bewusstsein, dass es sehr Wichtig ist, eine qualitativ gute CI-Versorgung zu erhalten, habe ich durch meine Frau, die selbst bilateral mit Cochleaimplantaten versorgt ist, erfahren.

Das bedeutet beat the silence für mich:
Graf von Zeppelin sagte einmal: „Man muss nur wollen, daran glauben, dann wird es auch gelingen.“ Dieses Zitat spiegelt sehr gut meine Einstellung und meine Motivation wider. Ähnlich wie die Initiative bin auch ich der Meinung, dass Hörverlust kein Schicksal ist, dem man sich ergeben sollte. Auch mit einer Hörschwäche kannst du im Leben sehr viel erreichen. 
 

02.10.2014      

Musiktherapie: Damit Hören mit CI zum klangvollen Erlebnis wird

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Musiktherapie: Damit Hören mit CI zum klangvollen Erlebnis wird

Diverse Studien in der kognitiven Forschung zeigen, dass das menschliche Gehirn Musik auf ähnliche Art und Weise wie Sprache verarbeitet. Daraus lässt sich schließen, dass Musik nicht nur auf emotionaler Ebene eine wichtige Rolle spielt, sondern, dass durch musikalisches Training auch das Sprachverstehen und die Kommunikationsfähigkeit gefördert werden können. Seit langem wird Musik deshalb auch in therapeutischen und pädagogischen Bereichen als Fördermittel eingesetzt.

 

Vorgehensweise bei einer Musiktherapie 

In Deutschland gibt es verschiedene Anlaufstellen für eine Musiktherapie bei CI-Trägern. Eine davon ist das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (DZM), das ein fester Bestandteil der ambulanten CI-Rehabilitation am CI-Rehabilitationszentrum Heidelberg darstellt. Die Basis des musiktherapeutischen Konzepts bildet die Parallelität von Parametern der Sprache und der Musik. Vor allem Situationen wie das Hören von Musik und der Sprachmelodie sowie Sprache bei Hintergrundlärm, die sich für CI-Träger häufig als unangenehm oder schwierig erweisen. Ziel ist es, die Ausgleichsarbeit zu unterstützen, die die primären und vor allem sekundären Hör- und Assoziationsareale im Gehirn leisten müssen, um die neuen Höreindrücke entschlüsseln und neuronale Verknüpfungen aufbauen zu können. Durch die Konfrontation mit emotionalen Inhalten in der Stimme und die Vernetzung von aktuellen mit früheren Hörerfahrungen, vor allem in Bezug auf Musik, soll das Lernen unterstützt werden. Lockere Übungen und Spaß bei der Therapie helfen dabei, emotionale Barrieren zu überwinden und machen das Hören mit dem CI wieder zu einem klangvollen Erlebnis. Mit einer Musiktherapie kann nach etwa zwei Monate nach der Erstanpassung begonnen werden. Nähere Informationen zum Ablauf und den Rahmenbedingungen einer Therapie sind hier zu finden. 

 

Therapieergebnisse im Alltag vertiefen 

Die Ergebnisse der Musiktherapie können weiter ausgebaut und verbessert werden, wenn der CI-Träger Musik in den Alltag integriert. Begonnen werden sollte mit rein instrumentaler Musik wie z.B. klassische Musik, gefolgt von Tanzmusik mit bekannten Rhythmen. Im weiteren Verlauf kommt Rock- und Popmusik dazu. Letzteres setzt sich aus Text, einem einfachen Rhythmus und einfachen Strukturelementen sowie einigen Wiederholungen zusammen. Zudem stehen der Sänger bzw. die Sängerin mit einer vordergründigen Stimme im Fokus. Um den für das Üben wichtigen Wiedererkennungseffekt zu erhalten, ist es hilfreich, bereits von früher bekannte Lieder zu hören. Machen Sie sich bewusst, dass sich die Musik mit dem CI anders anhört, wie Sie es von früher in Erinnerung haben. Entdecken Sie mit dem CI die Musik neu und akzeptieren Sie einen neuen Klang statt das Gehörte ständig mit den Erinnerungen zu vergleichen. Seien Sie offen für neue Musikrichtungen und gehen Sie auf Entdeckungsreise in die Welt der Musik.


1   Vgl. z.B. Sammler, D. (2009). The neuroanatomical overlap of syntax processing in music and language: Evidence from lesion and intracranial ERP studies. PhD Thesis, Max Planck Institute for Human Cognitive and Brain Sciences, Leipzig.


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